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Deutschland (3)

Kayser (Darby):

Kayser

Hier eine sehr seltene Handschelle des deutschen Herstellers Kayser, der auch die echte "Hamburger Acht", eigentlich Modell Nr. 5, produziert hatte. Es handelt sich um ein voll funktionsfähiges und schönes Original, auch wenn das Finish nicht mehr vorhanden ist.

Kayser und Hiatt sind sich sehr ähnlich, was die Form und die fünf Schließpositionen betrifft (Clejuso-Darbies haben dagegen sieben). Die Kayser hat aber geringfügige Unterschiede, z.B. keine Hammerspuren auf dem Verschlussdeckel (bei den Hiatts sind es immer solche "X" oder "Y", durch die der Deckel verstemmt wird). Auch passt der Schlüssel nicht und die Verbindung ist etwas anders. Besonders ist auch die abgerundete Form der Bügelspitze.
Allerdings sind diese Kennzeichen nicht immer eindeutig, ich habe eine andere Kayser (s.u.) mit 4 Schließpositionen und Y-förmigen Hammerspuren auf dem Deckel. Jedoch ist die Form der Bügelspitze gleich und der Schlüssel identisch.

Kayser

Durch das teilweise noch vorhandene Finish wirkt dieses Teil recht verbraucht, obwohl sie noch einigermaßen funktionstüchtig ist.

Kayser Nr. 5:

Hamburger Acht

Warum auch immer, dieses Modell ist als "Hamburger Acht" bekannt geworden. Handschellen werden zwar häufig im Polizei-, Knast- oder Gangsterjargon als "Acht" bezeichnet, diese nennt man nun Hamburger Acht.
Die Nr. 5 ist eine sehr restriktive und enge Fessel. Das Schlossprinzip ist recht einfach: Die Bügel werden in den Zylinder eingeschnappt. Die "Nase", die die Bügel hält, wird mit dem Schlüssel einfach weggedrückt. Um die Handfessel schnell einsetzen zu können, kann sie auch aufgrund Aussparungen an den Bügelstücken geöffnet werden, wenn sie zusammengeklappt ist.
Durch zusätzlich eingefräste Aussparungen lässt sich diese Fessel gut für Entfesselungstricks manipulieren.
Hier weitere Bilder:

Dollar Handschellen:

Dollar

Neige den Kopf um 90 zur Seite, dann weißt du, warum der Name so lautet. Der Name (oder "Dollar Sign Handcuffs") kommt aus der Verlegenheit heraus, dass der Hersteller unbekannt ist. Es befinden sich auch keine diesbezüglichen Markierungen auf der Fessel.
Das Schließsystem ist etwas kompliziert, man macht das Stück nicht so ruckzuck auf. Die Kanten des "S" sind abgerundet, ebenfalls abgerundete Bleche verschließen den Zwischenraum am Schlossstück (auf dem Bild noch zu erahnen). Durch die starre Zwangshaltung kann man dieses Teil aber nicht unbedingt als "bequem" bezeichnen.
Hergestellt und verwendet wurden diese Handschellen irgendwann zwischen Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts. Wenn man darüber bei Sammlerkollegen recherchiert, erhält man zu Herkunft und Verwendung, sowie zeitlicher Einordung recht unterschiedliche Angaben. Wenn jemand mehr darüber weiß, würde ich mich über eine Nachricht freuen.




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