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Abführen!

Mit Handschellen fesselt man beide Hände aneinander - üblicherweise. Um Verdächtige oder Gefangene ab- oder vorzuführen, werden auch Handschellen verwendet, jedoch gibt es dafür eigene Geräte.

Recht einfach sind Abführketten, die um ein Handgelenk gelegt werden. Man verdreht sie ein- bis zweimal, dann liegen sie fest am Gelenk, es braucht nicht viel Kraft, dann die Griffe zusammenzuhalten.

Hier ein älteres Modell, vermutlich von Clejuso:


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Die Griffe können ineinander gelegt werden für besseren Halt. Sehr ähnlich ist dieses andere deutsche Modell:


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Auch in der DDR gab es Abführketten, die Kette war etwas anders und die Griffe sind aus Aluminium:


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Es muss nicht immer Metall sein, wie dieses Stück aus Belgien beweist:


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Praktischer in der Anwendung sind Abführzangen, zudem ist der Nebeneffekt minimiert, dass man mit Ketten Verletzungen zufügen kann (Stauchungen oder sogar Bruch des Handgelenks).

Zangen in einer gewissen Standardform findet man von verschiedenen Herstellern, hier z.B. von Clejuso:


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Die geöffnete Zange wird um das Gelenk gelegt, eine Feder schnappt ein, und zu is'. Eine einfache Lösung. Da es etwas pfrimelig sein kann, die Feder zu öffnen, hat man sich bei Heid & Roth etwa anderes ausgedacht:


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Im durch mehrere Gelenke beweglichen Griff ist ein Sperrmechanismus, der durch das Hebelchen oben gehalten wird. Drückt man den Griff gleichzeitig mit dem Hebel oben und unten zusammen, öffnet sich die Zange recht leicht. Durch die Federn schließt sich die Zange von selbst und die Sperre rastet ein.

Andererseits kann man Abführzangen sicherer, aber auch komplizierter machen. Von Heinkel gibt es eine Zange mit "Pistolengriff". Dadurch hat man einen sehr guten Halt. Zudem gibt es eine Art Arretierungshebel (der dunkle Knopf im Bild):


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Man kann die Zange zweimal einrasten lassen, so passt sie auch um größere Handgelenke. Zum Öffnen wird der kleine innere Hebel betätigt (das geht mit Übung auch mit dem kleinen Finger der Hand, die den Griff hält). Die Zange öffnet sehr weit, dann drückt man den Griff zusammen und kann den Sicherungshebel verschieben. Hier ein Bild der geöffneten Heinkel:


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Eine andere Lösung, eine Abführzange sicher und einstellbar zu machen, hatte die us-amerikanische Firma Argus bei ihrer "Iron Claw":


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Zwischen Griff und Zangen sitzt eine (Sperr-) Hülse, die gefedert ist und nach oben geschoben werden muss, um die Zangen zu öffnen. Dann dreht man den Griff, durch eine Mechanik werden die Zangen geöffnet. Zum Schließen durch Drehung des Griffs muss die Hülse nicht gezogen werden, da eingearbeitete Zahnungen nur die Drehung zum Öffnen verhindern. Zwischen Hülse und Griffstück ist noch eine weitere Hülse, die man herunterschrauben kann. Damit kann die Sperrhülse nicht mehr verschoben werden. Mit etwas Übung ist dieses Teil komplett einhändig bedienbar, die "Iron Claw" ist also gar nicht so kompliziert in der Anwendung, wie es scheint.


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Zum Abschluss möchte ich doch noch einen Handschellentyp vorstellen, der meiner Meinung nach sehr gut als Abführfessel geeignet ist: Die "Irish Eight", die von britischen Firmen hergestellt und vor allem in Irland eingesetzt wurde (daher der Name). Hier ein Exemplar von SF Co.:


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Als Handschellen ist die "Irische Acht" nur schwer anzulegen. Zwar ist es nicht gesichert, aber mutmaßlich wurden solche Teile auch zum Abführen verwendet.

Natürlich konnte ich nicht alle Arten von "Abführmitteln" darstellen, ich hoffe jedoch, der kurze Abriss war interessant für euch Very Happy!

Schöne Adventszeit
Enris